Was sind eigentlich On-Spot-Anlagen?

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On-Spot-Anlagen sind Füllstellen für Eisenbahnkesselwagen mit einem Befüllsystem von oben und einer hohen Füllpunktbeladeleistung. Die Befüllung der Kesselwagen wird ähnlich dem Fließbandverfahren (Taktverfahren) durchgeführt. Das Füllrohr befindet sich innerhalb der On-Spot-Anlage auf einem hydraulisch verfahrbaren Füllrohrschlitten.
Die Kesselwagen werden vor der On-Spot-Anlage mittels Lokomotive aufgestellt.

Mit Hilfe einer Waggonzuganlage oder eines ferngesteuerten Rangierfahrzeuges wird der erste Kesselwagen unter dem Füllpunkt aufgestellt.

Das Füllrohr wird über eine Bedienstelle im Bedienraum, welcher direkt am Gleis bzw. zwischen den Gleisen auf einer Stahlbauhöhe von ca. 3.700 mm installiert ist, bewegt und in den Kesselwagendom eingefahren. Anschließend wird der Kesselwagen befüllt.

Nach der Befüllung wird über die Waggonzuganlage/das Rangierfahrzeug (ROBOT) der nächste Kesselwagen unter dem Füllpunkt positioniert. Dieses wird so lange ausgeführt, bis der letzte Kesselwagen des Verbandes gefüllt ist.

Vor und hinter dem Füllpunkt sind Klapptreppen installiert, die für das Öffnen und Schließen der Dome verwendet werden. Die eichpflichtige Messwerterfassung kann über Zähler oder über Gleiswaagen (direkt am jeweiligen Füllpunkt) durchgeführt werden.

On-Spot-Anlagen werden zusätzlich noch in  Durchfahrtsgleisanlagen und Sackgleisanlagen unterschieden. Dieses ist jedoch nur für den Zustellungsprozess der Kesselwagen wichtig.

Für eine On-Spot-Anlage muss die Gleislänge der doppelten Länge eines Kesselwagenverbandes entsprechen.


Arten von On-Spot-Anlagen:

On-Spot-Anlagen werden unterschieden nach der Anzahl der Gleise und Füllpunkte. Es bestehen Möglichkeiten einer Eingleisanlage mit einem Füllpunkt bis zu Zweigleisanlagen mit 4 Füllpunkten oder mehr. Die Auslegung ist abhängig von der geforderten Tages- bzw. Jahresleistung, sowie von der möglichen Stellfläche für Kesselwagenverbände und der Pumpenleistung.

Unsere On-Spot-Beladeanlagen für die Befüllung schienengebundener Fahrzeuge mit Flüssigprodukten wurden für große Abfüllleistungen entwickelt. Über Füllrohre bis DN 300 sind Ladeleistungen bis 1.100 m³/h und Ladestelle (Füllposition) möglich. Dabei können verschiedene Produkte an einem Punkt verladen werden. Zur Bedienung einer Zweigleis-Beladeanlage mit z. B. 20.000 t/Tag Ladeleistung, sind nur ein bzw. zwei Operator/-en in der Meßwarte sowie ein bis zwei Hilfskräfte erforderlich.

Durch ein ausgereiftes, elektronisches Steuer- und Verriegelungssystem werden Abfüll-, Rüst- und Rangierzeiten auf ein Minimum reduziert und Fehlbedienungen ausgeschlossen.

Bei dem Standardfüllrohr mit 730 m3/h Füllleistung sind bei einer 4 Füllpunktanlage Leistungen von 2.920 m3/h möglich. In weniger als 15 Minuten können im Durchschnitt somit 4 Kesselwagen mit jeweils 73.000 Liter inklusive der erforderlichen Rüstzeit befüllt werden. Das bedeutet für jeden Kesselwagen werden 3,75 Minuten benötigt. 

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Jahresleistungen:

Die nachfolgende Tabelle gibt eine generelle Übersicht von möglichen Verladeleistungen (Grundlagen sind 73 m3 KWG, 45 Minuten Zustellzeit und 350 Arbeitstage im Jahr mit 24 Std./Tag) in Abhängigkeit von:

 

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Befüllregelung

Zur Vermeidung von elektrostatischen Aufladungen bei der Befüllung der Kesselwagen wird der Anfangsvolumenstrom auf ca. 300 m³/h pro Füllposition begrenzt.

Zur Messung des Volumenstroms kommt entweder ein eichzugelassenes Volumen-/Massemesssystem (Zähler) oder eine Gleiswaage zum Einsatz.

Das Ausgangssignal des Messwerterfassungssystems wird von der SPS-Steuerung verarbeitet und zur Steuerung des elektro-pneumatische Regelventils genutzt.

Die Befüllregelung wird genutzt zur:

  • Mengenvoreinstellung des Ladevolumens/KWG
  • Einhaltung der Flow-Rate
  • automatischen Abschaltung bei Erreichen der Mengenvoreinstellung, gesteuert und druckstoßfrei (es treten keine dynamischen Druckstöße auf)

 

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